Was kann Hypnose

Was kann Hypnose?

Das Wort „Hypnose“ weckt bereits die unterschiedlichsten Assoziationen in uns – positive wie negative. Während die einen an Showhypnosen, Kontrollverlust und geraubten Willen denken, verbinden andere wiederum eine gewisse Neugier oder gar Mystik mit dem Thema, während andere keine konkrete Vorstellung mit dem Begriff verbinden.

Formen der Hypnose

Prinzipiell wird zwischen der direkten und der indirekten Hypnose unterschieden. Die direkte oder auch direktive Hypnose ist durch Showhypnosen in Verruf gekommen. Der Hypnotiseur äußert Befehle, die der Hypnotisierte befolgt. Die Trancezustände sind hierbei meist sehr tief und auf die Kontrolle des Hypnotiseurs ausgerichtet.

Zu therapeutischen Zwecken wird daher in der Regel die indirekte Hypnose nach Erickson angewendet. Diese sanfte Methode arbeitet mit Entspannungssuggestionen und langsamen Einleitungen in leichte bis mittlere Trancezustände. Dieser Hypnosestil kann für viele Anwendungsbereiche verwendet werden: Businesscoaching, Selbstbewusstseinsstärkung, Gewichtsreduktion, Raucherentwöhnung, Ängste, Depressionen, Phobien, Panikattacken sowie psychosomatische Erkrankungen. Das Spektrum der Anwendungsbereiche ist also denkbar groß.

Hypnose als Reise zum Unterbewusstsein

Die Hypnose hat ihren Ursprung vor den Zeiten der modernen Anästhesie und diente vormals als Strategie, um Operationsschmerzen erträglich zu machen. Im klinischen Bereich ist die Hypnose nur mehr sehr vereinzelt in Zahnarztpraxen anzutreffen, wenn große Ängste oder Allergien von Patienten gegen Anästhetika bekannt sind. Viel häufiger trifft man die Hypnose als Entspannungs- und Therapietechnik an. Als eine Art innere Gedankenreise bietet sie eine Alternative zur langjährigen Psychoanalyse an.

„Prinzipiell wird zwischen der direkten und der indirekten Hypnose unterschieden.“
Was passiert in der Hypnose?

In Hypnose wird das Unterbewusstsein nach Schlüsselmomenten befragt, in denen sich Verhaltensmuster und Gefühle verankert haben. Genau diese Schlüsselmomente analysiert der Prozess – nicht rational, nicht wertend, sondern rein emotional. Ein unverarbeitetes Gefühl lässt einen innerlich nicht los und will ausgelebt werden. Krankheit und Schmerz sind oft ein unterdrücktes Gefühl, das sich sein Ventil sucht. Welches konkrete Gefühl Dir begegnet, lässt sich nicht vorhersagen – es ist individuell verschieden und kann von der Angst vor Zurückweisung, über Enttäuschung bis hin zu unterdrückter Wut reichen.

Die Hypnose bietet Dir und dem Gefühl einen definierten Rahmen. Die Einleitung in die Hypnose kann durch Fokussierung auf ein inneres Bild, durch den äußeren Reiz eines Pendels oder aber durch verbale Entspannungs-Suggestionen erfolgen. Selten bemerkt der Hypnotisierte überhaupt, dass er in Trance geht. Ich für meinen Teil fühle mich dabei einfach nur sehr entspannt, träge und zufrieden. Die Einleitung wird gefolgt von einer Art Befragung des Unterbewusstseins durch den Hypnotiseur. Auf diese Weise näherst Du dich den Schlüsselmomenten der Vergangenheit, die die Gefühlswelt im Jetzt beeinflussen. Wichtig zu erwähnen ist, dass die Hypnose nie gegen den Willen des Hypnotisierten möglich ist und daher auch jederzeit vom Hypnotisierten abgebrochen werden kann.

Wer sich selbst liebt, ist nicht manipulierbar

Natürlich ist es naheliegend, dass dabei oft Schlüsselszenen in der Kindheit identifiziert werden. Das hat einen einfachen Grund: Kinder sind manipulierbarer, da sie in Abhängigkeit zur Liebe ihrer Eltern stehen. Das führt dazu, dass die Eltern eine tragende Rolle für die Gefühlswelt ihrer Kinder spielen. Manipulationsmuster werden daher besonders häufig von Eltern auf ihre Kinder übertragen. Das kann dazu führen, dass sich das Individuum nur unter gewissen Gegebenheiten angenommen und geliebt fühlen kann. Diese Gegebenheiten sind jedoch nicht in Stein gemeißelt und können durch Hypnose verändert werden.

„Wer sich selbst liebt, ist nicht manipulierbar.“
Ein Beispiel: Ein Kind fühlt sich nur dann sicher und geliebt, wenn es seine Wut regelmäßig unterdrückt und im wahrsten Sinne des Wortes herunterschluckt. Als Erwachsener spürt der gleiche Mensch dann immer einen Kloß im Hals, wenn er wütend wird. Er kann sich aber nicht bewusst daran erinnern, warum das so ist. Die Hypnose bietet Hilfe, um den auslösenden Moment zu identifizieren. Dann werden Bilder und Metaphern gesucht, die diese Wut greifbar machen und in der Hypnose nachträglich gelebt. Durch das Ausleben der Wut befreit sich das Unterbewusstsein von seiner Last. Der Kloß im Hals löst sich auf.

Anstelle dessen kann jetzt die Selbstliebe treten. Das bedeutet nicht Narzissmus, sondern ein gesundes Verständnis dafür zu entwickeln, dass der erwachsene Mensch nicht mehr in unmittelbarer Abhängigkeit zur Liebe seiner Eltern steht. Die Liebe, die einen erwachsenen Menschen festigt, ist die Selbstliebe sowie die Achtsamkeit gegenüber eigener Wüsche und Gefühle. Wer sich selbst liebt, ist von niemandem manipulierbar.

Fazit

Im Grunde genommen bietet die Hypnose einen unmittelbaren Weg an, um belastende Gefühle im Nachhinein ausleben zu können. Das Unterbewusstsein befreit sich von eingefahrenen Leidensmustern und öffnet sich für alternative Verhaltensmuster. Daher ist die Hypnose eine echte Alternative zur herkömmlichen Psychoanalyse und kann überdies auch als Entspannungstechnik praktiziert werden, um dem normalen Berufsalltag mit mehr innerer Stärke begegnen zu können.

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