Kann die Liebe für Dinge noch Minimalismus sein

Kann die Liebe für Dinge noch Minimalismus sein?

Es gibt so schrecklich viele Dinge, die Du nicht brauchst, weil sie überhaupt nichts für dich bedeuten. Damit sage ich nicht, dass sie Dir nicht oft auf funktionaler Ebene dienen, das Leben leichter machen, aber bedeuten tun sie Dir nichts. Es ginge auch ohne sie, vielleicht etwas langsamer, etwas weniger präzise, aber entscheidend ist:
Auch ohne sie wäre das Leben noch ganz wunderbar. Die Sonne würde jeden Morgen scheinen. Du hättest nicht verlernt zu lachen und der Himmel wäre blau.

Diesen Artikel will ich den Dingen widmen, von denen ich mich nicht trennen wollte. Es scheint mir viel leichter, die Dinge zu nennen, die man als Minimalist nicht mehr braucht, als jene, die mir wirklich am Herzen liegen.

  • Mein MacBook ist mein täglicher Begleiter in der Handtasche. Er kennt und prägt mein Leben seit ich schreiben und lesen kann. Ob privat oder beruflich, das MacBook kennt viele Seiten an mir.
  • Die Handtasche.
  • Das iPhone – ebenfalls ein täglicher Begleiter – ist mehr als ein Draht zur Welt für mich. Da es vormals meinem Freund gehörte, ist es auch stets ein Draht zu ihm und es gibt sicher niemanden, mit dem ich schon mehr damit gesprochen habe als mit ihm.
  • Ein besticktes chinesisches Seidenkleid (Qipao), das mir meine Mutter während unserer gemeinsamen Zeit in Shanghai geschenkt hat. Es erinnert mich daran, dass ich alle meine Schritte in der Welt meiner Mutter zu verdanken habe – zunächst die kleinen und später die großen.
  • Willi, der Wok, in dem ich mein chinesisches Lieblingsessen Ma-la-xiang-guo zubereite. Zudem kennen ihn inzwischen alle meine Freunde, die sich auf ein vegetarisches Menü einlassen wollten 🙂
  • Susi, die Kamera, die stets mehr getan hat als einen reinen Zweck zu erfüllen und schon so viel von der Welt gesehen hat. Es ist wunderbar, dass sie nie die Neugier verliert.
  • Meinen Hullahoop-Reifen habe ich mir als Kind zum Geburtstag gewünscht. Bis heute bin ich glücklich beschwingt darüber, dass mir meine Eltern diesen Wunsch erfüllt haben.
  • Ein Spiegel ist wichtig für Menschen, die sich gerne selbst reflektieren. Der andere Blickwinkel macht es so viel einfacher. 😉
  • Exklusive schwarze Dessous sind für mich der Innbegriff von Sinnlichkeit und Jugend. Wohl wissend, dass niemandem die ewige Jugend vergönnt ist, zelebriere ich diesen sehr visuell geprägten Luxus.
  • Der Song, den mein bester Freund für mich kreiert hat. Bis heute eine der größten Überraschungen jemanden so unvermutet inspirieren zu dürfen.
  • Kerzen beziehungsweise deren warmes Licht.
Erinnerungen trägt der Mensch im Herzen und nicht in den Dingen, aber manchen Dingen gibt das Herz Namen und Stimmen.

All diese Dinge haben gemein, dass sie weitaus mehr als dem unmittelbaren Leben und Alltag dienen. Diese Dinge sind meine persönlichen Symbole für Menschen und Emotionen. Erinnerungen trägt der Mensch im Herzen und nicht in den Dingen, aber manchen Dingen gibt das Herz Namen und Stimmen.

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