Über die Erfüllung eines leeren Kleiderschrank

Über die Erfüllung eines leeren Kleiderschrank

Über die Erfüllung eines leeren Kleiderschranks: Nein, es geht heute nicht darum, wie Du den Kleiderschrank bis oben hin voll bekommst! Es geht um das erfüllende Gefühl eines geleerten Kleiderschranks gemäß des Mottos:“Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wenig braucht.“

Kleiderschrank_vorher_nachher

Vorher – Nachher Bilder

Befreiend ist es, wenn man das Vorher kennt. Mein Tipp: unbedingt fotografieren, bevor es ans Befreien geht. Das fühlt sich im Nachgang doppelt gut an und macht auch ein bisschen stolz, wenn man auf den Bildern sieht, was man letztlich geschafft hat.

Das Streben nach Raum und Größe 

Gerne hätte ich euch an dieser Stelle ein Bild meines Kleiderschranks vor fünf Jahren gezeigt. Damals habe ich schon ziemlich zufrieden verlauten lassen, dass mein Leben in den Kleiderschrank passt. Der Schrank war allerdings richtig groß und für den Ehepaar-Modus gebaut. In dem Moment, in dem man mit einem Partner zusammenzieht, heißt es sich zu reduzieren. Das denkt man zumindest. De facto behält man das meiste doch und macht aus zwei mittelgroßen Hausständen einen richtig großen Hausstand mit doppeltem Boden. Der zweite Staubsauger landet – für den Fall der Fälle, dass der erste Staubsauger den Geist aufgibt – im Keller. Teller und Gläser werden von heute auf morgen etwas mehr. Nicht schlecht, denn Gläser gehen beim Abspülen ja gern kaputt. Die Wohnung ist plötzlich zu eng und die Suche nach einer größeren beginnt. Die größere kostet zwar mehr, aber mit der Zeit will man ja auch mehr verdienen. Alles kein Problem. Die größere Wohnung, das höhere Gehalt… Der neue Kleiderschrank muss begehbar sein.

Mein Leben wurde zu groß für den Kleiderschrank und dehnte sich unmerklich auf kleine Beistellschränkchen und Schubladen im Wohn- und Arbeitszimmer aus. Dafür war der Kleiderschrank im Schlafzimmer auch etwas kleiner geworden. „Das ist dann schon ok“, sagt man sich und gönnt sich noch einen Schubladen-Rollcontainer fürs Arbeitszimmer.

10 000 Dinge hat der Durchschnittsdeutsche

Genug ist genug. Mein ausgeprägter Ordnungssinn hat mich vor der Ausdehnung der Materie nicht bewahrt. Bis zu dem Tag, an dem ich merkte, dass meine gesamte Freizeit für das Erwerben, Verwalten und Erhalten von Dingen draufgeht. Und das, obwohl ich sicher nie die 10.000 Dinge des Durchschnittsdeutschen besessen habe. Will mir nicht vorstellen, wie es dem dann gehen muss! Ich leide unter einem Mangel an Freizeit – Zeit, die wirklich nur mir gehört und den Menschen, die mir wichtig sind. Mein Leben soll wieder in den Kleiderschrank passen – selbst wenn ich den mit meinem Partner teile.

Dann habe ich die Dinge reduziert, indem ich mir jeden Tag die Frage gestellt habe, auf welche drei Sachen ich getrost verzichten kann. Aus dem Verzichten wurde zusehends ein Befreien. Es ist ein gutes Gefühl sich von ungebrauchten Dingen zu verabschieden. „Du kostest mich keine Energie mehr, keine Arbeit, keine Zeit, kein Geld. Dich bin ich los“. Das ist wunderbar. Für Dinge, die man nicht sofort bedenkenlos aus dem Leben verbannen kann, empfiehlt es sich eine eigene Kiste anzulegen. Wenn man einen Monat später nichts aus der Kiste vermisst, kann man die Kiste ebenfalls auf ihre Reise an neue Ufer schicken.

Die Strategie hat sich für mich bislang gut bewährt. Natürlich habe auch ich noch meine persönlichen Fragezeichen-Kisten zum Thema: Wie viele High Heels braucht Frau wirklich – und muss gestehen, dass ich wirklich gern in hohen Schuhen ausgehe. Da ich fast nur schwarze Kleidung trage (siehe auch Schwarz ist keine Farbe, sondern ein Stil), lockere ich den Look gerne mit Accessoires auf. Habe ich davon zu viel? Auch Nagellack fällt in diese Kategorie. Gott hätte die Nägel rot machen können, wenn er darin Sinn gesehen hätte. Hat er aber nicht und trotzdem finde ich Nägel in Rot, Blau und Gold super. Egal, das entscheidende ist: mein Leben passt wieder in den Kleiderschrank. Das Vorher-Bild ist vor circa 2 Monaten entstanden, das Ist-Bild heute. Noch ist nicht bekannt, wann das Nachher-Bild entsteht. Es geht hier schließlich nicht um eine neue Frisur, sondern einen langfristigen Prozess, dessen endgültiger Look nicht vordefiniert ist.

Welche Erfahrungen habt ihr zum Thema Vereinfachung im Kleiderschrank gesammelt? Welche Tipps und Ideen habt ihr? Freue mich über zahlreiche Bilder von euren gefüllten sowie erfüllend leeren Kleiderschränken 🙂

Comments

  1. Pingback: Neu hier? Was erwartet Dich? | Bewusstlust

  2. „Wenn Dir mein Blog gefällt, freue ich mich über ein Zeichen :)“
    – Ja, ich würde gern sagen, ob er mir gefällt. Allerdings lässt sich diese Meldung nicht weg klicken und hängt die ganze Zeit mitten über allem. So ist es etwas schwer, den Blog wirklich bewusst zu lesen :/

    1. Hallo Any,

      danke Dir für den Hinweis. Da werde ich mich auf jeden Fall nochmal auf die Settings stürzen, aber weg klicken lässt sich das Fenster mit dem „X“ rechts oben.

      Beste Grüße

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