Lunch in der modernen Arbeitswelt

Lunch-Time in der modernen Arbeitswelt

Lunch: Willst Du gut essen, dann kannst Du’s vergessen. Über Essen und Arbeiten im Großraumbüro mit der Food Desert vor verglasten Türen.

Die Arbeit in perfekter B-Lage hat so ihre Vor- und Nachteile. Während großzügige Räumlichkeiten, bodentiefe Fenster, moderne Teeküchen und Relax-Zonen sowie der mittlerweile obligatorische Coolness-Faktor Kicker Tisch eindeutig zu den positiven Seiten des modernen Büroalltags zählen, so ist das kulinarische Angebot in meinem oder einem Office-District leider kaum Vegetarier-freundlich.

Nicht, dass es nichts gibt, aber was es gibt, versteht sich selten unter leicht bekömmlich und gesund. Vom Burger bis zur Pizza, der Pasta bis zum Chipstüten-Geknister, vom Döner bis zur Currywurst mit Fritten ist alles dabei. Der gemeinsame Nenner sind Kohlenhydrat und Fett – eben das, was man als hart denkender Zehnfinger-Akteur tagsüber sicher nicht verbrennt. Auch dann nicht, wenn man ordentlich Überstunden anhängt. Zu viel Power für den Energiespeicher einer zierlichen Statur von knapp fünfzig Kilogramm.

Mein Powerfood ist erst perfekt, wenn ich nach dem Lunch noch denken kann. Pizza und Co machen müde und fahren den Körper in den denk-trägen Verdauungsmodus. Daher ist vegetarische Ernährung an sich ein energetischer Ernährungsstil. Grün und fruchtig lässt er sich nur selten gut ausleben, wenn es vor der Tür nur eine bayerische Kantine, einen Dönerstand und einen Pizza- und Pasta- Italiener gibt. Den Supermarkt nicht zu vergessen, ist das Mittagsspektakel ein wiederkehrender Zeitverbrenner. Wer um Punkt zwölf Uhr hungrig in einer der vielen Warteschlangen steht, fragt sich, warum beim nächsten Mal nicht antizyklisch erst eine Stunde später gehen. Leichter gesagt als getan, wenn der Magen sich einmal auf eine Uhrzeit eingestellt hat.

Alle traben zur gleichen Zeit in die gleichen Locations, um das gleiche ungesunde Fast Food zu konsumieren. Letzteres Wort wähle ich bewusst, da weder die Zeit noch die Ruhe für ein ausgedehntes genussvolles Lunch bleibt. Dreißig Minuten hat man schließlich bereits in einer der Menschenschlangen gewartet.

Gut, dass alle zum Arbeiten und niemand zum Essen angestellt wird. Während ich noch von Dean & David oder asiatischer Gemüseküche vor verglasten Türen träume, empfehle ich den Vegetariern unter euch den Food Delivery Service für die Mittagspause. Der liefert auch frisches Grün in die Regionen, in denen nur mehr Fast Food sowie abgepackt und für die Ewigkeit konservierte Gerichte verfügbar sind. Zweite Alternative lautet selber kochen und mitnehmen. Das kostet vielleicht auch die halbe Stunde, die man ansonsten in einer der Warteschlangen verbringen würde – das Gefühl ist dennoch ein anderes.

Was habt ihr für Ideen? Wie verbringt ihr eure Mittagspausen?

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